"Ich glaube, ich habe das Geheimnis des Lebens entdeckt... du hängst einfach so lange rum, bis du dich daran gewöhnt hast" (Sally Brown, die kleine Schwester von Charly Brown)

Mittwoch, 5. März 2014

Kategorie: Wieder was gelernt / Category: Learned Something Today (part5)

Strommasten im Bild zerstören das Landschaftsidyll. Aber wehe, es gibt keine freie Steckdose, um den Kameraakku zu laden.

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Power poles in the picture destroy the landscape idyll. But woe betide  there is no free plug socket to charge the camera battery.
 

Dienstag, 4. März 2014

Weg, weg, weg, weg / Away, Away, Away, Away

Windhoek und die Arbeit sind zum Alltag geworden. Und was muss man mit dem Alltag tun? Ihn hin und wieder unterbrechen. Ende November ist das gleich dreimal hintereinander passiert. Und dann war da noch Weihnachten.



 
Zuerst ging es nach Swakopmund. Die Ankunft hätte nicht herrlicher sein können. Raus aus dem klimatisierten Auto und schwupps da war sie: die Meeresluft! Wenn man aus dem heißen und trockenen Windhoek kommt ist so eine Ozeanbrise gleich dreimal so toll als ohnehin schon.
Neben dem wunderschönen Atlantik haben Swakopmund und das ein wenig südlicher gelegene Walvis Bay vor allem spaßige Aktivitäten zu bieten.
Auf einer Bootsfahrt werden die Pelikane und die Robben gefüttert, der Strand liegt an einer Stelle voll mit Seehunden (von kleinen Babys bis riesigen Specktieren), man sieht eine Austernfarm, die Delfine schwimmen hinterm Boot, man passiert ein Boot, das nur von Vögeln bewohnt (und vermutlich nur durch Vogelkacke zusammengehalten) wird und apropos Kacke, da ist da noch diese Art Pier, ein Brutfloß, auf dem sich die Kormorane und Pelikane tummeln, und die darauf angesammelte Vogelkacke wird verkauft für die Düngemittelherstellung.
Das Highlight auf der Bootsfahrt war zweifelsohne die Robbe, die auf mich gesprungen ist und mich geschubst hat, um an ihren Fisch zu kommen. Ein großartiges Specktier!
 






Ein anderes Ausflugshighlight: Quadfahren in der Wüste. Natürlich hatte ich Angst und natürlich habe ich mich im Sand festgefahren (weswegen das Quad des mir helfenden Guides die Düne runtergerutscht ist), aber die Sonne im Ozean untergehen zu sehen während man im Wüstensand steht ist einmalig. Ganz wirklich, Ozean und Wüste sind sonst nicht nebeneinander und das macht die Namibwüste zum wahrscheinlich größten Strand der Welt.
Direkt nach Swakopmund ging es weiter auf eine Lodge zum Zwischenseminar. Es gibt ein Sprichwort das sagt „picture or it didn’t happen“. Will sagen, ohne Fotobeweis kann man ja viel erzählen. Das Zwischenseminar lässt sich mit einer Ableitung dessen zusammenfassen: „Poster or it didn’t happen“. Wieso die kreativen Bastelmaterialien zur Postergestaltung dabei immer auf einer Tischdecke auf dem Fußboden in einem Stuhlkreis liegen müssen, ist mir ein Rätsel, aber das extrem leckere und reichlich vorhandene Essen während man losgelöst von jeglicher Realität über seine Realität philosophierte, hat über die mangelnde Lösung dieses Rätsels hinweggetröstet. Nach einer zugegeben sehr geselligen Woche mit anschließendem geselligen Ausflug auf eigene Faust, war die Realität, in die ich aus der Seminarblase zurückkehrte, vor allem eins: surreal.



 

Der letzte Ausflug, der hier kurz erwähnt sei, ist der Weihnachtsausflug. Da ging es zuerst zum Waterberg und dann nach Etosha.
Der Waterberg selbst bietet vor allem eins: eine gigantische Aussicht und in der Regenzeit ist die ganze Landschaft herrlich grün. Richtig schön da. War es aber nicht immer, zumindest aus politischer Sicht, denn 1904 fand dort die Schlacht am Waterberg statt zwischen der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrikas und den Hereros. Letztere wurden ermordet oder flüchteten in die Omaheke Wüste, wo viele verdursteten. Deswegen gilt die Schlacht am Waterberg auch als Völkermord an den Hereros. Gestorben sind natürlich auf beiden Seiten Menschen. Teil des Camps ist der deutsche Friedhof, wo mittlerweile auch eine Gedenktafel an die Herero erinnert. Soweit ein kurzer Ausflug in einen interessanten, wenngleich tragischen Teil der Geschichte des Landes.



In Etosha war ich zum zweiten Mal, aber es war grundlegend anders. Auch hier hatte die Regenzeit ihre grünen Spuren hinterlassen und deswegen waren die permanenten Wasserlöcher rar bis gar nicht besucht. Ein Highlight, dafür, dank Pfützen: eine Elefantenfamilie, die direkt neben und vor unserem Auto gespielt und gebadet hat. Mit Babys! Elefantenbabys!!!
Nachteil an dieser ganzen Regenzeitssache: Wenn der Zeltplatz in kürzester Zeit überflutet wird und das Zelt entweder in der Pfütze steht oder man vergessen hat, es zu beschweren und es deswegen wegfliegt. Uns ist beides passiert. Zum Glück hatten wir nette Nachbarn, die unsere Zelte eingefangen haben und wir sind gerade noch rechtzeitig von der Tour durch den Park zurückzukommen, um zu verhindern, dass andere Leute sich auf unserem Platz niederlassen, der ohne Zelte tatsächlich unbewohnt aussah.
Merke: Unbekümmerte Elefanten zur Regenzeit sind super. Unbekümmerte Camper… nicht so sehr jetzt.





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Windhoek and work have become everyday routine. And what do you have to do with everyday routines? Break them from time to time. At the end of November this happened three times in a row. And then there was Christmas.  
First there was Swakopmund. Arriving there couldn’t have been more beautiful. Out of the acclimatized car and boom there it was: the sea breeze! When you’re coming from hot and dry Windhoek, an ocean breeze is at least three times as awesome as it is anyways.


 
Other than the gorgeous Atlantic, Swakopmund and the bit more southern Walvis Bay offer fun activities above all.
On a boat cruise they feed pelicans and seals, at one spot the beach is covered in sea lions (ranging from small babies too huge, fatty animals), there’s an oyster farm, dolphins swim behind the boat, you pass by a boat that’s only inhabited by birds (and probably is only held together by bird poop) and speaking of poop, there’s this kind of pier, a breeding raft, where Comoros and pelicans mingle and the bird poop collected on there is sold for fertilizer production.

The highlight of the boat tour was without a doubt the seal that jumped me and pushed me in order to get to its fish. An awesome fatty!
Another trip highlight: quad biking in the desert. Of course I was scared and of course I got myself stuck in the sand (which is why the quad of the helping guide slid down the dune) but seeing the sun set into the ocean while standing in the desert sand is a one of a kind experience. Seriously, ocean and desert are usually not that close and that probably makes the Namib Desert the world’s biggest beach.
Right after Swakopmund the journey continued to a lodge for an in-between seminar. There’s this saying that goes “picture or it didn’t happen”. The seminar can be summed up with a derivation from that: “poster or it didn’t happen”. Why the creative materials for the poster crafting always have to lie on a tablecloth on the floor is beyond me but the extremely delicious and abundantly food while being completely detached from any reality while philosophizing about your reality covered the confusion about not being able to solve this riddle. After a admittedly very social week with a following social weekend trip on our own, the reality to which I returned from the seminar bubble was mostly one thing: surreal.
The last trip to be mentioned here is the Christmas trip. First we went to Waterberg and then to Etosha.
The Waterberg itself mainly offers one thing: a gigantic view and during rainy season the whole landscape is gloriously green. Really nice there. But it hasn’t been always, at least from a political perspective because in 1904 there was the battle of Waterberg between the “protective group” of German Southwest Africa and the Hereros. The latter were killed or fled into the Omaheke Desert where many of them died of thirst. That’s why the battle of Waterberg is described as genocide of the Hereros. Of course people died on both sides. The German cemetery is part of the camp and later a plate in memory of the Hereros was added. So much for a short detour into an interesting yet tragic part of the country’s history.
 It was my second time in Etosha but it was fundamentally different. Here as well the rain left its green traces and that’s why the permanent water holes were barely or not frequented at all by the animals. A highlight instead of that, thanks to puddles: an elephant family that was playing directly next to and in front of our car. They were taking a bath. With babies! Elephant babies!!!
A disadvantage of this whole rain thing: if the campsite is flooded in no time and the tent is either standing in a puddle or you have forgotten to make it heavier and it’s blown away by the wind. Both things happened to us. Luckily we had nice neighbors that were catching our tents and we returned just in time from a tour through the park to keep people from putting their tents on our site, which admittedly looked like free site without our tents.
Remember: Careless elephants during rainy season are awesome. Careless campers… not so much now.